Inspektion 6 Nov 2019

Heute ist Mittwoch, 7Uhr und ich wache zusammen mit meinem Wecker mit einen Lächeln im Gesicht auf. Rosali darf heute um 8Uhr zum Service. Über 6 Monate war Rosali mein Heim, mein rollendes Zuhause. Rosali hat Schatten gespendet im heissen Sommer, mich vor Wind geschützt an den Küsten, mir stehts kalte Getränke bereit gehalten und warme Getränke auf Wunsch gemacht,mir eine Toilette gegeben, war mein Kleiderschrank, mein grosszügiges Bett zu tages und nacht Zeiten und hat mich in den letzten drei Monaten sicher über 12.700km und vielen Grenzen heil heim gebracht.

Ich entferne die Winterabdeckungen und mache mir noch einen Kaffee. Der Kaffee schmeckt in Rosali immer am Besten. Vermutlich, weil ich die Mocka Maschiene selber reinige, das Wasser immer höchste Qualität hat und ich den Kaffee selber mach 😉

Ich verstaue die Auffahrskeile geschwind und fahre die kurze Strecke durch Gschwend.

Fünf Minuten vor der Zeit – ist dem Deutschen seine Pünktlichkeit – stehe ich vor der Garage von Marcel und Werner Kelldorner, seinem Vater. Marcel begrüsst mich auch sofort mit Handschlag und wir besprechen die Aufgaben.

Ich zeige Marcel meinen Ausrutscher an der Heckstossstange, in der Höhe des KZ, der von meinem nächtlichen Wenden in den tiefen Russlands stammt. Marcel schaut kurz, da muss die Stossstange richtig fixiert werden, sonst wackelt es auf der Autobahn. Genau solche Aufgabenteilung wünsche ich mir. Direkte Ansagen was meine Fehler ausbessern. Damit übergebe ich Rosali in seine fachmännische Händen.

Marcel ruft mich am gleichen Tag noch kurz nach vier Uhr an, Rosali ist fertig, aber da bin ich schon Unterwegs zum Schwimmbad und habe mein Händi im Umkleidespint.

So hole ich Rosali am nächsten Morgen frühzeitig ab. Die Rechnung über knapp 310€ passt.

Für nächstes Jahr TÜF im Mai ist alles klar und kein Problem. Trotzdem nehme ich drei Punkte für 2020 auf meine Liste mit auf:

  • Starterbatterie tauschen
  • Hinterbremse zerlegen
  • Elektrische Achsvermessung

Für die Achsvermessung, bekommt Marcel ein brand neues Gerät dieses Jahr, damit sollte auch Rosali damit vermessen werden können.

Starterbatterie ist mit der Aufbaubatterie schon auf der Liste. Beide sind jetzt 3 Jahre alt und könnten ersetzt werden.

Gschwend Tag 3

Das schöne an Gschwend sind die frischen Brezeln jeden morgen. Es ist für mich ein kleines Ritual und Widi seine Brezeln sind mit Abstand die Besten 😉

Warum morgens um 10Uhr noch die Strassenlaternen brennen müssen erschliesst sich mir nicht.

Kleinigkeiten kann ich meinen Eltern im Garten helfen, für mich ist es ruckzuck getan.

Beim Eier holen, mache ich einen Abstecher zum Hagbergturm.

Heute wollte ich das Ventil der Gasflasche heraus schrauben.

Nichts bewegt sich 😦

Ich habe aber raus bekommen, dass es ein Rechtsgewinde ist, also wenigstens die Richtung stimmt 😉

Nächster Versuch ist wohl Eisensäge. Vorher will ich noch die Gasflasche offen über Kopfstehen lassen. Aber Messing gibt keine Funken ab, da bin ich auf der sicheren Seite.

Plan B ist jetzt auf eBay

Gschwend Tag 2

Heute, wie immer um 7Uhr wach geworden. Das Bett ist kuschelig warm und Frühstück gibt es erst um 10Uhr.

Nachrichten gelesen – Mist England ist immer noch in der EU 😉

Ich nehme mit heute die Wärmedämmung vor, bis jetzt habe ich das Zeug mit mir herum geschleppt, aber noch nie eingesetzt. Ich stehe jetzt ja bis Mi, den 6. Nov, da kann ich es ja mal testen.

Morgen möchte ich die falsche Gasflasche los werden:

https://saschawill.home.blog/2019/10/30/treibgasflasche/

Der Wetterbericht sagt mieses Wetter voraus mit kaum Sonnenschein.

Da bringen meine Solarpanele kaum etwas. Heute kam gerade 70Wh rein

und die Batterie ist bei 60%. Ich hätte in Lauterburg mich an Landstrom stecken sollen, aber nicht nach gedacht.

Heute Wasche ich meine erste Ladung Wäsche mit 60°C.

Die Dämmung sieht vorne schon ganz gut aus

Nur in der Mitte zum Cockpit hab ich den Dreh noch nicht raus, werde es mir morgen noch mal genau anschauen, aber die gerolten Termo Dinger sind etwas eigenwillig 😉

Naja, besser wie Nichts. Ich werde mal schaun, was es für ein Temperatur Unterschied in der Nacht macht.

Wenn ich schon dabei bin, lege ich noch mein Kabel über die Strasse und hänge mich an Landstrom. 4A kommen rein, bis morgen früh sollte die Batterie voll sein. Dann kann ich das Kabel wieder entfernen, bevor die Nachbarschaft aufwacht und da rüber fährt 😉

Was mich wieder Nervt, dass es nirgends im Laden 5,6 oder 10l Wasserbehälter zu kaufen gibt. Wenigstens in Gschwend nicht und vermutlich in ganz Deutschland nicht.

Tasse Tee, gemütlich warm in Rosali und noch Baklava aus der Türkei, so endet der Abend 😉

Gschwend

Die Nacht war herrlich ruhig, der Wind pfeifte und ich war in meinen Decken eingekuschelt. Um 7Uhr wache ich ausgeschlafen auf, schöner Sonnenaufgang

Die Nacht war recht Frisch 3°C. Erster Weg ist Heizung an und auf mollig warm drehen

Ich gehe Duschen und hole mir meine Brezeln ab. Den Service kenne gar nicht mehr 😉

Es gibt zwei 4min Eier, noch aus Georgien, mit Brezel. Ich fülle noch Zucker, Kaffee und schwarz Tee nach und finde noch einen Berliner 😉 Gutes Frühstück 😉

Kurz vor 11Uhr klopft es, Chefin vom Platz vor der Tür, ich muss noch zahlen und der Platz ist ab 13Uhr schon vom nächsten Camper reserviert.

Deutsche Gründlichkeit 😉 An so etwas muss ich mich leider auch erst noch gewöhnen 😉

Heute geht es zu meinen Eltern, habe sie seit drei Monaten nicht mehr gesehen. Ich freue mich schon darauf 😉

Ich Stoppe kurz vor Gschwend, das Wetter ist herrlich

An der Tankstelle mache ich Rosali das letzte mal voll

12700km bin ich in den letzten drei Monaten gefahren und jeder km hat Spass gemacht.

Eltern sind wohl auf und meine Mutter verwöhnt mich mich Kuchen und viel Essen. Die Waage zeigt 102kg an, gutes Gewicht für meine Grösse, ich habe etwa 15kg abgenommen. Kurz vor Sonnenuntergang gehe ich noch ans Grab meiner Grosseltern.

Ich bin wieder daheim 😉

Lauterburg

Der Morgen beginnt um 7Uhr. Es ist frisch, Nachts hatte es 7°C. Der Regen und vor allem der Stau um München hat mich wirklich geschafft. Seit Moskau hatte ich keinen Stau mehr, es fühlt sich fremd an, auf freier Strecke ohne Ampel einfach stehen zu bleiben.

Ich frage meine Garage an, ob ich nächste Woche einen Service Termin bekomme. Dann könnte ich Rosali Winterfest machen und beim ehemaligem Kunzgelände unterstellen.

Die Realität holt mich langsam wieder ein, ein Brief liegt daheim und muss beantwortet werden. Rhona schickt mir eine Kopie zu. Ich ruf sicher halber schon mal an.

Ich habe reine richtige Lust ‚Heim zu fahren‘ und fange an Service arbeiten zu machen. Die Heizung habe ich auch seit über drei Monaten nicht mehr angehabt. Wenn ich schon an Rosali säubere, dann kann ich gleich auch die Heizung testen. Die Heizung funktioniert tadellos, nach 20min Aufheizen des Wassers wird es auch schon warm.

Ich tausche die Batterien von TireMoni erneut. Die Ersatzbatterien waren wohl schon alt. Beim Nachmessen hatten die Batterien nur 1V.

Die Toilette mache ich auch sauber. Die Heizung ist in der Toilette am schnellsten zu spüren, da der Raum sehr klein ist.

Ich erfreue mich an Kleinigkeiten, die Toilette ist fast Geruchsfrei,

meine Hasenpfote hat mehr als 14 Grenzübergänge überlebt ohne beanstandet zu werden, ich finde meinen kleinen Schraubenzieher sofort. Alles in Rosali ist perfekt und auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Der Abschied vom Rollenden Heim zum Steinhaus wird mir schwer fallen.

Ich setzte einen Brief fürs Amt auf und suche nach der nächsten Post. Beim suchen greift meine Sehnsucht und ich beschliesse zum nächsten Campingplatz zu fahren. Ich brauche Ortswechsel 😉

Lauterburg ist fast daheim, BW, Schwaben, Ostalb. Ich fahre an herbstlichen Wald vorbei und freue mich wieder etwas neues zu sehen.

Um 17Uhr komme ich an und checke ein. Der Betreiber kennt mich und fragt wieder mit Hund. Ich habe Tränen in den Augen, als ich ihm erzähle, das Lili für immer in Estland, Hiiumaa zurück geblieben ist. Auch seine tröstende Worte helfen da nicht weiter, die Tränen kullern wieder.

Der Platz ist für mich sehr speziell, hier hat sich mein Leben begonnen zu verändern. So soll es auch bleiben.

Er bietet mir an, zwei Brezeln um 8Uhr bereit zu legen, ich nehme gerne an.

Ich erhalte auch prompt von Marcel, meinem Schrauber, einen Servicetermin Mittwochs um 8Uhr. Bei ihm ist viel Betrieb, da jeder auf Winterreifen wechseln möchte.

Rhona kommt dann am WE um mich ab zu holen. Passt perfekt.

Ich werfe die Heizung an, trinke Tee und denke zum ersten mal über die Reise nach. Bis jetzt ging es immer nur Vorwärts, jetzt geht es zurück.

Der Wind pfeift draussen und ich geniesse jeden Augenblick, den ich hier mit Rosali verbringen darf. Wir sind eins.

Gasflasche mit Kragen

Als ich in Estland:

https://solarcaravan.ee/en/

die Gasflasche getauscht habe, war ich so froh, dass alles funktioniert hat. Regler (PI) passt, Herd und Kühlschrank funktionierten. Ich habe gedacht, der Kragen an der Flasche ist einfach das neuere Modell, bei dem man die Abdeckhaube nicht mehr braucht.

Jetzt beim Nachlesen, fällt mir auf, dass die Flasche nur für Gabelstapler gedacht ist. Da ist ein Rohr verbaut, dass nur flüssiges Gas liefert.

https://www.ifs-ev.org/bei-gasflaschen-lieber-zweimal-hinschauen/

Beim weiteren lesen wundert es mich, dass die Gasflasche überhaupt 6-7 Wochen gehalten hat, ohne in die Luft zu fliegen:

https://www.arbeitssicherheit.de/schriften/dokument/0%3A5004833%2C34.html

Naja, ist jetzt ja vorbei, da ich auf die dt. Gasflasche umgestiegen bin. Jetzt muss ich nur noch schauen, wie ich die leere Treibgasflsche wieder los werde.

2 November 2019

Ich war bei meinem lokalen Gashändler, der hatte eine schlechte Nachricht:

In Deutschland werden nur Rote Treibgasflaschen getauscht. Schrottplatz ist fraglich, da die Flasche noch Restgas hat. Seine Empfehlung Sondermüll.

Nicht ganz die Antwort, die ich erwartet habe 😦

Nach dem ich im Wohnmobil.de Forum um Rat bat, gibt es zwei Möglichkeiten:

Ventil heraus schrauben und verschrotten oder an Selbstabholer verschenken.

Hätte ich es nur in der Türkei schon gewusst 😦

4 Nov 2019

Heute wollte ich das Ventil der Gasflasche mit einer schweren Rohrzange entfernen.

Erst mal komme ich kaum an das Ventil ran. Und die Flasche dreht sich immer mit

Entweder muss ich das passende Werkzeug haben oder doch Sondermüll 😦

Update:

Das Gewinde in der Flasche ist ein Rechtsgewinde. Mit einer ausreichend großen Rohrzange, so ab zwei Zoll, gehts schon raus.

Plan B:

Ebay Kleinanzeigen

Veröffentlicht in Reise

Augsburg

Die Nacht war sehr ruhig. Ich hab wunderbar geschlafen. Der erste Weg geht zur Dusche. Die Sanitären Einrichtungen sind wunderbar. Was mich stört, dass ich alle 10 Sekunden den Duschknopf drücken muss.

Ich erkenne mehr und mehr die Nachteile in Europa. Kleinigkeiten, aber Sachen, die ich im Osten nicht machen musste und die mich jetzt stören.

Ich leere noch die Toilettekassete, dabei vergesse ich, dass ich ja Kaffee aufgesetzt habe. Der Pott ist jetzt sehr heiss und ich kühle ihn mit etwas Wasser ab.

Ich Staubsauge, der Herbst bringt viele Blätter mit ins Cockpit.

Mein altes Brot entsorge ich auch noch und bastle mir ein Cockpit Mülleimer.

Heute plane ich keinen Campingplatz vor, sondern fahre einfach mal Richtung Deutschland. Wenn ich die erste Pause mache, werde ich mir einen Campingplatz aus suchen.

Das Wetter ist immer noch Regnerisch, ich werde schaun wie weit ich komme.

Die Wolkendecke hängt immer noch über mir

Eine Baustellenampel mit Zeitangabe, das nenne ich mal Fortschritt. Die Russen haben es fast überall 😉

Ich fahre hoch auf 1600m FelberTauern

An einem zweiten Pass halte ich kurz an, aber es ist windig und scheisse kalt

Meine Heizung läuft auf vollen Betrieb und ich heisse Rosali auf 24°C auf.

Ich kann es kaum erwarten die deutsche Grenze zu sehen.

Zwei Grenzer stehen wohl da, aber interessieren sich nicht für mich.

Gleich hinter der Grenze gehe ich tanken.

Der Regen setzt ein und ich hasse den Verkehr um München. Es wird viel später als ich dachte und die Dunkelheit setzt ein.

Ich erreiche den Stellplatz, leider ist das Restaurant um die Ecke nicht offen – grrr!

Etwa 800m weiter finde ich ein Restaurant. Nichts besonderes, aber okay

Mörtschach Österreich

Der Tag fing gut an. Um 7 Uhr fühle ich mich richtig ausgeschlafen. Staubsaugen,Mache Kaffee und setze mich draussen hin. Meine Fingernägel brauchen wieder eine pflege. Der Ungar kommt mit einem Stück Sachertorte vorbei, ideal zum zweiten Kaffee 😉

Ich mache mich auf dem Weg Richtung Österreich. Die Berge kommen näher

Der Grenzübergang ist gleich nach dem Krawankentunnel.

An der nächsten Raststätte kaufe ich mir gleich die Vignette für Österreich.

Kaum fahre ich ein paar KM, schon kommt eine Vollsperrung der Autobahn. Die Öschis kontrollieren hier die Vignette, mich winken sie durch 😉

Es geht weiter durch eine sehr schöne Landschaft

Der erste Campingplatz ist leider zu. Ich suche mir einen Ersatz Campingplatz heraus, der liegt fast auf 950m Höhe. Der Regen stört und ich bin froh, früh da zu sein.

Den Rest vom Tag verbringe ich mit Fahrtplannung. Es wird kalt und Nässe nervt auch. Morgen möchte ich wieder in Deutschland sein. Mal schaun was das Wetter macht.

Was mich an Europa stört ist, dass Pissen kostet Geld 😦

Nirgends auf meiner Reise hat jemand Geld fürs Pissen verlangt. Hier zahlt man doppelt, für Trinken kaufen und fürs Trinken ablassen 😦

Auch das Pfandsystem ist Murks. Jetzt darf ich wieder leere Flaschen mit mir herum fahren. Die leere Flaschen sind mehr Wert wie der Inhalt 😦

Das ist, als wenn man 100€ beim Geldautomaten abhebt und einen Geldbeutel für 250€ extra bezahlen muss, den man wieder Füllen oder zurück geben kann 😦

Brezice Slovenien

Der Morgen beginnt früh, zu früh. Ich weiss zwar, dass heute Winterzeit beginnt und das Herbert, der Camper von Österreich mich zum Frühstück eingeladen hat, aber es klopft um 6:45 an die Tür: „ich bin bereit“. Ich wälze mich aus dem warmen Bett, ziehe mir den Bademantel an und mach die Tür auf. Herbert dachte es ist schon Viertel vor Neun und Zeit zum Frühstücken 😉

Wenn ich schon wach bin, gehe ich auch gleich Duschen. Die Dusche ist richtig gut und überhalb des Restaurants gelegen. Ich geniesse die die Dusche, ziehe mich an und gehe zu Herbert rüber. Das Wetter ist noch nicht richtig zum fahren.

Ein gewaltiges Frühstück erwartet mich, mit weichem Ei, Speck, Käse, Müsli, orangen Saft, Kaffee, Kuchen und vieles mehr 😉

Es ist heute Herberts 61 Geburtstag und der 5 Jahres Tag des Campers 😉

Ich schlage zu und unterhalte mich mit Herbert prächtig.

Wir gehen noch zusammen den Platz anschauen. Es gibt hier einen See in Form eines Pferdes.

Ich mache Rosali abfahrt bereit und verabschiede mich von Herbert.

Vor der Grenze tanke ich noch mals voll und kaufe mir die Vignette für Slowenien.

Die Grenze ist nur ein kurzer Blick in den Pass. Keine Kontrollen.

Der Stellplatz für heute ist nicht weit hinter Grenze. Es gibt 4 Parkplätze mitten im Dorf. Ein Ungar steht schon da und spricht sehr gut deutsch. Er ist zufrieden mit der Nacht und dem Platz hier. Ich stelle mich dazu.

Und gehe mir die Stadt anschaun. Es gibt ein Schloss hier aus den Türkenkriegen.

Der Eintritt kostet 4€ und lohnt sich:

Albert Leo Schlageter ,* 12.08.1894 in Schönau im Schwarzwald (Baden), † 26.05.1923

Ich gehe noch im Restaurant um die Ecke was essen.

Es wird jetzt früh dunkel und ich verziehe mich in Rosali.

Ranc Ramarin Kroatien

Die Nacht war recht laut, aber nicht kalt 12°C. Verkehr von der Autobahn ist recht laut. Den Wecker um 7Uhr schalte ich aus und stehe erst um 9Uhr auf. Dusche – ist recht kalt. Ich frage den Security Mann, da ist ein Schalter aussen, sieht aus wie ein Lichtschalter, der ist für den Boiler. Er schaltet den Boiler ein, dauert 15min. Ich verbringe die Zeit mit den Nachbarn aus Schwäbisch Gmünd zu plaudern. Sie sind auf dem Weg nach Griechenland zum Überwintern.

Die Dusche ist jetzt wirklich warm und ich kann meine Haare gründlich waschen. Kaffee, Staubsaugen, mein Magen rumpelt noch etwas, ich werde es heute wieder langsam angehen lassen.

Nach einer Stunde kommt die Grenze hier wird NULL kontrolliert, obwohl es eine EU Aussengrenze ist. Sehr verwunderlich, bei den Flüchtlingen.

Mein Pass bekommt auch den letzten Stempel für die Reise.

Letzte Maut in Serbien und erste Maut in Kroatien

Ich fahre zum ersten Campingplatz auf der Liste, eigentlich wollte ich noch Geld abheben, aber es gibt hier keinen grösseren Ort mit einer Bank.

Der Campingplatz ist eine Pferderanch mit Restaurant. Ich melde mich im Restaurant und das Mädel zeigt mir den Campingplatz. Naja, gut gelegen ja, aber doch etwas seltsam. Toiletten gibt es keine und die Dusche ist über dem Restaurant.

Ich mach erst mal Rosali sauber, da liegen tausende von Mücken an ihr und der Gasflschenkasten ist voller Russ.

Ich wollte mir gerade einen Tee machen und anschliessend Essen gehen, da kommt ein anderer Camper angefahren und nach 5min klopft es an der Tür. Der Camper ist Österreicher und auf dem Weg zum Überwintern in Griechenland. Wir gehen gemeinsam zum Restaurant und ich bestelle gleich Essen. Wir unterhalten uns prächtig und ich lade ihm nach dem Essen noch zu einer Tasse Tee mit Keksen in Rosali ein.

Es ist schön, weit gereiste Leute kennen zu lernen. Man lernt immer viel von ihnen.

Belgrad Serbien

Der Morgen fängt mit einem Magenrumpeln ab. Es ist noch sehr früh, aber ich muss dringendst auf Toilette. Ich schnappe mir den Bademantel, zum Glück ist die Toilette keine 10m entfernt und hat genügend Toilettenpapier. Dünnschiss vom Feinsten. Nach einer gefühlten halbe Stunde und einer halben Toilettenrolle gehe ich wieder ins Bett und hoffe, dass alles draussen ist.

Das gute daran ist, es ist ein sehr schöner Sonnenaufgang noch lange vor 7Uhr.

Ich schlafe schnell wieder ein und erwache erst wieder um 10Uhr. Der Körper hat sich erholt und ich gehe Duschen um die letzten Spuren zu beseitigen. Staubsaugen, Kaffee kurzer Blick aufs Navi, heute fahr ich nur 2h bis Belgrad. Sicher ist sicher, falls es mehr als Durchfall war.

Bis ich los komme wird es 12Uhr. Der Besitzer winkt mir noch freundlich zu bei der Ausfahrt. Die Fahrt ist gut bis vor Belgrad, da staut es sich etwas, aber der Verkehr fliesst trotzdem gut. Vor Belgrad tanke ich nochmals voll und zahle die Maut.

Gegen 15Uhr erreiche ich den Campingplatz, der mehr ein Stellplatz ist.

Beim einparken fällt mir ein Camper mit deutschen Nummern auf. Tatsächlich hier steht ein GDler neben mir. Wir begrüssen uns freudig und schwätze a bissle 😉

500m ist ein Laden und ich kaufe noch ein Kekse, Mohnstrudel und Gemüse für den Nachbar ein. Er revanchiert sich mit einem Stück Kuchen 😉

Morgen gehts nach Kroatien weiter. Es sind ungefähr 100km bis zur Grenze. Je nach Gefühl fahre ich einen Campingplatz nach 2,3 oder 4h an.

Jagodina Serbien

Heute Morgen wollte ich früh los kommen. Die Nacht war recht kalt 7°C, aber ich habe nicht gefroren. Kurze Dusche, Kaffee und bereit machen. Langsam hab ich den dreh raus mit den Auffahrkeilen, kurz Rückwärtslaufen lassen und einsammeln. Ich verabschiede mich noch bei Ivan den Besitzer, er nennt die Franzmänner spöttisch ‚el grand nation‘.

Bei der Ausfahrt Tanke ich noch voll und reinige die Scheiben.

Irgendwie treffe ich die Hauptstrasse nicht. Die Landschaft ist sehr schön

Erst als ich in der Pampa stehe fällt mir es auf 😉

Ich finde sehr schnell den Weg zur Hauptstrasse und da ist auch schon der Grenzübergang

Alles geht ruck zuck, keine grossen Kontrollen. Ich bekomme auch wieder einen neuen Stempel in den Pass

Die Strassen sind wow!

Es ist gegen über Bulgarien eine ganz andere Welt. In Serbien sind die Einwohner sehr gut gekleidet, keiner stochert in Mülleimer herum und die Häuser sind gepflegt. Warum Bulgarien in der EU ist und Serbien nicht, macht für mich keinen Sinn.

Serbien ist schön und die Strassen sehr gut. In einer Ortschaft mache ich Rast und gehe Geld holen und noch ein Brot.

Weitergehts mit sehr schöner Landschaft.

Der Campingplatz ist in den Weinbergen gelegen. Etwas steile Auffahrt, aber es lohnt sich.

Der Campingplatz hat alles was ich seit Estland vermisse: Entsorgung Station für Toilette 😉

350m entfernt ist ein Restaurant mit gutem, sauberen Essen. Es ist das erste mal seit sehr langem, dass ich eine sauber Sofftischdecke bekomme 😉

Für das Essen mit Kaffee habe ich keine 10€ gezahlt. Erstaunlich! Der Kellner war sehr aufmerksam. Ganz toll wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Der Abend ist auch noch schön warm.

Zurück zu Rosali merke ich erst, dass Belgrad eine andere Zeitzone hat. Belgrad hat die gleiche Zeitzone wie Berlin. Hier geht die Sonne wieder um 7Uhr auf.

Ich wollte mir noch einen Tee machen, aber Flamme kommt nicht. Da ich den Kühlschrank an hatte, war das Gas aufgedreht. Ich wechsle die Gasflasche auf meine volle deutsche Flasche.

Die estländische Gasflasche hab ich noch im August getauscht. Die hat jetzt fast zwei Monate gereicht. Kühlschrank springt auch sofort wieder an. Alles Bestens 😉

Jetzt kann ich auf dem Heimweg eine ganze Flasche verbrauchen. Falls es mal richtig kalt werden sollte, kann ich auch die Heizung anwerfen. Vielleicht kann ich auch in Österreich die leere Gasflasche wieder tauschen gehen.

Ab ins Bett, mit vollen Magen 😉

Sofia Bulgarien Tag 2

Die Nacht war ruhig aber kalt. Morgens hatte es 7°C. Eigentlich wollte ich im warmen Bett bleiben, bis die Sonne raus kommt, aber mein Magen war nicht happy und brauchte dringend eine Toilette. Muss wohl am Bulgarischen Essen liegen, schmeckt nicht und ist auch nicht besonders gut. Da ich vergessen hatte Toiletten Papier mit zu nehmen, nehme ich die Dusche. Zu meiner Verwunderung, ist die Dusche heiss, also Dusche ich gleich, bevor ich Kaffee mache. Staubsaugen war wirklich notwendig, da ich viel Grass ins Cockpit geschleift hatte im letzten Campingplatz.

Sobald die Sonne gegen 10Uhr voll rein scheint wird es warm, Tshirt Wetter. Ich mache mich auf den Weg zum Zentrum. Hier gibt es verschiedene Stände. Ich entscheide mich für ein Tshirt und ein Pullover.

Zufällig sehe ich Strassenbahnen, die mir von Basel sehr bekannt vorkommen. Tatsächlich fahren die alten Basler Trams hier in Sofia 😉

Ich esse noch einen vermutlich Döner, da viele Leute sich da angestellt haben.

Geschmacklich etwas fragwürdig 😦 Auch Kaffee und Kuchen trifft nicht gerade mein Geschmack. Fast vergesse ich meine Einkaufstasche, merke es aber noch rechtzeitig.

Ich schau mir die Kathedrale an und das Museum im Untergeschoss.

Es herrscht viel Touristen Betrieb und ich gehe langsam zurück. Dort finde ich eine alte Kapelle, klein und sehr schön. Ich nehme den Gottesdienst gleich mit, wenigstens für eine Stunde, keine Ahnung wie lange der geht, aber ich möchte noch bei Tageslicht zurück sein.

Morgen gehts weiter nach Serbien. Wenn der Grenzübergang schnell geht, werde ich bis Belgrad fahren. Sonst werde ich an einem Restaurant einen Zwischenstopp einlegen.

Abends kommt noch ein Franzman im Wohnmobil eingefahren und versucht neben mir zu parken. Ich stehe mit dem Besitzer draussen und schau mir die Show an. Die Franzfrau steht draussen und macht wilde Gesten, schlägt ab und zu aufs Auto ein und macht weitere wilde Gesten mit etwas Geschrei. Nach etwa 30min hat der Franzman sehr eng auf meiner Toilettenseite neben mir ein geparkt. Kein Hallo oder sonstiges. Der Franzman bleibt in seinen Wohnmobil. Schon seltsame Leute gibt es hier 😉

Sofia Bulgarien

Der Morgen startet mit Hochnebel.

Duschen, zwei Kaffee, Staubsaugen und dem Besitzer noch beim Abkoppeln des Anhängers geholfen. Ich zahle mit meinem letzten 100€ Schein und der Besitzer gibt mir einen Teil in € und einen Teil in Lew zurück. Jetzt hab ich wenigstens etwas lokale Währung.

Im Dorf gibt es ein Ausgrabungsmuseum, das nehme ich natürlich mit.

Spinnweben im Tau.

Das Museum ist sehr eindrucksvoll. Kostet nur 4Lew, also 2€ und ich bin ausser dem Wärter natürlich der einzigste Besucher. Er macht extra das Licht für mich an 😉

Wenn ich schon da bin, dann möchte ich auch das original Grab sehen. Etwa 100m weiter finde ich auch den zweiten Wärter und er erlaubt mir Aufnahmen zu machen.

Die Sonne kommt raus und ich mache mich auf dem Weg.

Auf dem Weg zur Autobahn sehe ich seit langer Zeit wieder Maulesel. Die sind bei uns in fast nicht mehr zu sehen.

Ich mache noch einen Stop an einem vermeintlichen Bankautomaten, es stellt sich aber heraus, dass es das Lohnbüro eines Stahlwerkes ist. Naja, dann halt in Sofia.

Die Fahrt ist gut und recht wenig Verkehr.

Ausser in Sofia selbst, da sind die Fahrspuren sehr eng und die Beschilderung fehlt, kaputt, unleserlich oder kyrillisch. Dank Navi finde ich den Platz und parke erst mal an der Tankstelle daneben.

Der Parkplatz ist voll von Franzmänner. Ich levele Rosali erst mal und mach mich auf die Suche nach einem Geldautomat. Die ersten zwei sind entweder weg oder ich finde die Geldautomaten nicht. Ich will schon zurück gehen, da finde ich aus Zufall einen Automaten, der natürlich auf keiner Karte eingetragen ist und hebe 200 Lew ab.

300m weiter ist eine Metro und ich fahre in das Zentrum von Sofia.

Ich besuche eine Kirche und zünde vier Kerzen an.

Neben an gibt es einen Eisstand und ich bekomme eine riesige Portion. Mein Bart klebt und mein frisches Tshirt ist auch halbvoll mit Eis 😉

Die Sonne geht langsam unter und ich mach mich auf dem Heimweg.

Metro und ich stehen etwas auf Kriegsfuss. Erst mal sind da viel zu viele Menschen und ich verstehe das System noch nicht. Zum Glück komme ich wieder an meiner Ausgangsposition zurück. Die Sonne geht unter.

Ich wollte mir noch ein Restaurant suchen, aber ich bin Hunde müde und schlaf schon um 8Uhr ein. Morgen möchte ich mir noch mals Sofia anschauen.

Aleksandrovo Camping

Ich wache mit dem Wecker um 7Uhr auf und merke, dass hier die Sonne erst um 7Uhr30 aufgeht. Je weiter ich in den Westen fahre, desto später geht die Sonne auf. Ich werde den Wecker wohl auf später stellen.

Ich gehe gemütlich Duschen, meine Duschseife ist leer, ich dachte noch ich hätte eine Reserve dabei, aber ich finde nichts mehr. Entweder habe ich es irgend wo vergessen, jemanden gegeben oder so gut verräumt, dass ich es selber nicht finde. Egal, die letzte Seife benutze ich schon seit Estland, also mehr als sechs Wochen.

Zurück zu Rosali merke ich, dass beim Ausparken ein Baum sehr nahe an der Beifahrerseite steht. Werde mir das noch mals genau anschauen, bevor ich los Fahre.

Der Campingplatz hier ist riesig gross, aber bietet nicht wirklich viel an. Das nächste Dorf ist 3km entfernt. Dafür war in der Nacht überhaupt nichts zu hören. Mittlerweile stört mein Schlaf nichts mehr. Vor einen halben Jahr, im Mai, als ich Rosali übernommen habe, habe ich auf jedes Geräusch Nachts geachtet. Wenn Autos vorbei führen, oder Nachtheimkehrer vorbei gelaufen sind. Jetzt weiss ich, dass es Normal ist und ich mir keine Sorgen machen muss.

Ich mache mich beim zweiten Kaffee schlau, was in Bulgarien erlaubt ist.

Das heisst tschüss Tabak 😦

Für Bulgarien muss ich auch eine Maut lösen

Meine Route für heute

Ich mach noch Kassensturz. Etwa 600-700TRY habe ich noch dabei. Ich habe wirklich nicht viel Geld ausgeben können. Ich habe nur ein einziges mal am Geldautomat Geld bezogen.

Kurz vor der Grenze mache ich noch einen Tankstop und gehe noch eine Kleinigkeit essen. Ein alter Türke spricht mich auf deutsch an und möchte mein Essen bezahlen und bestellt für mich noch zwei Fladenbrote. Ich lehne ab, aber er besteht darauf. WOW!!! Wahnsinnige Gastfreundschaft.

Wenn ich daran denke, wie wir Türken in Deutschland behandeln, dann wird es mir ganz anders ums Herz. Die Gastfreundschaft übertrifft alles was ich jemals erlebt habe.

Die Grenze ist ein Witz. Keiner Kontrolliert etwas, keiner Frägt nach Drogen oder sonstigem. Ein lausiger pseudo Griff unter der Matratze im Alkoven und ein Blick in die Toilette. Da könnte ich min 10 Leute über die Grenze schmuggeln.

Dafür muss ich 3€ fürs desinfizieren von Rosali bezahlen.

Ich bekomme auch gleich hinter der Grenze die e-Vignette. Ein Stück Papier nichts zum aufkleben.

Die Landschaft ist schön.

Ich finde den Campingplatz auch sofort. Sehr schön!

Im Ort gibt es ein Restaurant. Ich habe Glück und mit Zeichensprache gibt es auch was zum Essen.

Das ganze für 10,90€, aber ein 10€ Schein reicht ihr. Warum verstehe ich nicht 😉

Zurück zu Rosali geniesse ich den Abendhimmel.

Morgen muss ich erst mal zur Bank. Entweder hier in der nächsten Stadt, oder spätestens in Sofia.

Der Campingplatz ist wohl der Beste, den ich in der Reise angefahren habe 😉

Istanbul MoCamp Türkei

Die Nacht war erstaunlich ruhig. Ab und zu hab ich Autos von der Autobahn gehört, aber ich habe sehr gut geschlafen und wache mit meinem Wecker auf. Nachts hatte es 9°C. Die Sonne scheint und es fühlt sich wie 20°C an.

Kaffee, Staubsaugen und Reiseplanung für heute.

Ich werde versuchen durch Istanbul zu fahren und in Europa einen Camping Platz anzufahren. Ich bin immer noch nicht sicher, ob HGS funktioniert. An der Auffahrt waren zwei Spuren mit HGS beschildert und durch die Rechte bin ich gefahren, ohne dass eine Ampel aufgeleuchtet hat.

Die Fahrt war prima. Tolle Autobahn 4-10 Spurig. Mittags mache ich einen Tankstop und esse noch was.

Das Essen ist richtig gut. Mein Navi optimiert wieder meine Route, dies mal sogar richtig gut. Ich komme in keinen Stau und erreiche die Nördlichste Brücke über den Bosporus. Die letzten Bilder von Asien.

Hallo Europa 😉 Es gibt eine Mautstelle und ein paar Tickets, für was die Tickets gut sind, keine Ahnung 😉

An der Letzten Mautstelle zeigt die Anzeigetafel noch 17TRY an. Hoffe das reicht bis zur Grenze.

Den Campingplatz finde ich sehr schnell, der Besitzer begrüsst mich und ich zahle 59TRY. Erster weg ist duschen, heiss und sauber 😉

Ich geniesse noch die letzten Sonnenstrahlen bei einer Tasse Tee.

Europa hat mich wieder 😉 und ich bin froh, dass ich den ganzen Verkehr von Istanbul umfahren habe 😉

Erster Abend wieder in Europa

Ich plane für Morgen den Grenzübergang nach Bulgarien, bin gespannt ob alles gut verläuft und ich wieder in die EU rein komme.

Ich fülle noch frisch Wasser auf und leere gleichzeitig noch das Grauwasser. Öl hab ich beim Tanken nachgemessen, da hat sich nichts verändert seit dem letzten messen. Also alles im grünen Bereich 😉

Köteci Remzi Türkei

Die Nacht war herrlich ruhig. Ich wache mit Vogel gezietscher auf. Mein erster Weg geht zur Dusche. Sehr sauber und heiss. Ich geniesse die Dusche wieder ausgiebig. Besonders meine Haare fühlen sich jetzt wieder leicht und ohne Knoten an.

Den Weg, den ich gestern rein gefahren bin, muss ich wohl wieder Rückwärts ausfahren. Es sind nur 30m und es gibt hier keinen Verkehr. Dank des ADAC WoMo Training sollte es kein Problem sein.

Kaffee und Staubsaugen. Ich schaue mir noch mals die Karte für heute und die nächsten Tage an. Es sind noch gute 800km bis zur Grenze von Bulgarien. 4-5 mal werde ich noch in der Türkei übernachten.

Ich staune immer wieder über mein Router mit Richtantenne. Mein Händy bekommt gerade EDGE (G2) mit sehr schlechter Verbindung. Aber der Router hat G4, wenn auch nicht besonders gut, aber es reicht Bilder hochzuladen und zu surfen 😉 Laut Messung sind immer noch fast 20GB auf dem Router und etwa 5GB auf dem Händy, mehr als genug für die Türkei.

Ich schaue mir den Wetterbericht an, die ganze Woche ist kein Regen angekündigt. Heute Nacht hatten wir 18°C Tiefstemperatur, obwohl ich drei Fenster offen hatte. Wenn es bewölkt ist, sinkt die Temperatur Nachts kaum ab.

Ich mache Rosali Abfahrt bereit und leere noch die Toilettekassette. Frischwasser ist noch dreiviertel voll, Grauwasser halbvoll, werde ich auch mal unterwegs leeren.

Ich mache mich gerade parat, da kommt der Besitzer und bringt mir noch einen Tee vor bei. Sehr lieb und herzlich! 😉

Beim Tee bleibt es nicht. Es gibt noch Kartoffelsuppe zum Frühstück. Ein Nein akzeptiert er nicht und ich möchte nicht unhöflich sein.

Ich geniesse noch die Aussicht.

Er gibt mir noch seine Visitenkarte, mit dem Bild vom verstorbenen Sohn und noch einen Tee.

Eigentlich wollte ich schon lange Unterwegs sein, aber Gastfreundschaft geht vor.

An der nächsten Tankstelle mach ich Rosali voll. In der Türkei sind alle Tankstellen noch mit Service, d.h. man lässt Tanken und das Scheibenputzen gehört natürlich zum Service dazu.

In der nächsten Stadt kaufe ich mir noch ein frisches Brot.

Irgendwie hat mein Navi die Route ‚optimiert‘. Es geht eine kleine Strasse, aber gut ausgebaut den Berg hoch. Dass der Berg kommt, wusste ich schon vom Höhenprofil. Der Weg verzweigt sich, ich bleibe natürlich auf der besseren Strasse, das habe ich mir fest vorgenommen und da bei bleibe ich auch. Im nächsten Dorf kommt dann das Problem. Ein Betonpumpenfahrzeug steht mitten auf der Strasse. Ich komme da nicht vorbei. Zwei Arbeiter kommen vorbei und wir unterhalten uns über Google Translater. Plötzlich taucht noch ein Gastarbeiter aus Deutschland auf, die Türkei hat 1000 Ohren, keine Ahnung wie er das mit bekommen hat. Wir unterhalten uns etwas und der LKW fährt seine Stützen ein und fährt zur Seite. Ich schüttle noch allen Anwesenden die Hand und fahre langsam dran vorbei. Der Gastarbeiter gibt mir noch einen Tipp, aber das weiss mein Navi schon. Alles kein Problem, man muss nur ruhig bleiben und freundlich. Es erstaunt mich immer wieder, wie locker solche Probleme gelöst werden.

Ich fahre weiter bis zur nächsten Ausweich Möglichkeit und mach erst mal eine Verschnaufpause.

Die Landschaft ist ja wirklich toll, aber die kleinen Gebirgsstrassen schaffen mich schnell. Ich beschliesse erst mal auf die nächste grössere Strasse zu fahren und darauf zu bleiben. Mein Ziel für heute hab ich Aufgeben. Keine Lust mehr auf kleine Strassen im zwoten Gang. Ich fahre direkt Richtung Istanbul, bleibe auf den grossen Ausgebauten Strassen und such mir irgendwo ein Restaurant mit grossen Parkplatz, wo ich übernachten kann.

Ich wollte so wie so noch das MautSystem HGS der Türkei ausprobieren, ob die gute Dame von der Post es auch richtig gemacht hat.

Ich gehe noch im Restaurant was essen und kaufe noch eine Süssen türkischen Nachtisch, Engelshaar. Für Rhona kaufe ich noch eine Eselmilch Seife als Geschenk.

Zurück zu Rosali wickle ich mich in zwei Decken und schlafe bald ein.

Akarsu Türkei

Heute morgen mit dem Wecker aufgestanden. Staubsaugen, Kaffee und Müll wegbringen. Ich gehe gerade auf den Müllcontainer zu, als ein kleinerer älterer Mann mich auf türkisch Anspricht. Ich verstehe Bahnhof-er gibt mir die Hand und ‚welcome-thank you‘ das einzige was ich verstehe 😉 An mein Äusseres kann es wohl nicht liegen, zwei Tage nicht geduscht. Vermutlich hat er meine Türkische Fahne im Auto gesehen. Ansonsten kann ich seine Begeisterung für mich nicht erklären. Ich bedanke mich bei ihm und gebe ihm noch mals die Hand. Wohl Gemüts mache ich Rosali Abfahrt bereit.Die Strecke führt mich weg von der Küste. Erst 4 Spurig später nur noch 2 Spurig.Die Landschaft ist viel abwechslungs reicher wie an der Küste.Es geht auf über 1000m hoch. Ich komme mir vor wie im Schwarzwald.Auf einer Steigung sehe ich einen Briket Werfer vor mir.Das letzte Stück ist wirklich hart zu fahren, 2-3 Gang, schmale Strassen an der Küste entlang. Hier ist volle Konzentration angesagt. Ein Fehler und vorbei. Die letzten 25 km ziehen sich auch fast 45min hin. Ich bin Gott froh irgend wo angekommen zu sein. Ich lasse Rosali erst mal auf der Strasse stehen und gehe Hallo sagen.Camping?, Parkplatz, Dusche und Essen! Irgendwie funktioniert die Verständigung 😉Sein Sohn war wohl Rockstar in der Türkei und ist vor 12Jahren bei einem Umfall an seinem Geburtstag 29 Juni gestorben.Nach dem Essen mache ich noch einen Spaziergang am MeerIch bin heute 380km gefahren, aber die Strecke hat es in sich gehabt. Ich werde mir wieder mal kürzere Strecken vor nehmen, auch wenn ich dann mehr Wildcampen muss.

Für morgen plane ich eine kürzere Strecke, mal schaun, ob es hin haut

Sinop Türkei Tag 2

Ich schlafe bis 9Uhr. Gliederschmerzen und viel Schlaf deuten bei mir auf eine Grippe hin. Das würde auch die Fehlende Motivation Gestern erklären. Deshalb gibt es heute einen Ruhetag. Staubsaugen, 5l Wasser umfüllen und zwei Kaffee. Ich bin immer noch von gestern satt.Ich will mir auch noch die Statue von Diogenes anschauen:http://de.wikipedia.org/wiki/Diogenes_von_SinopeAusserdem war das Fischrestaurant gestern sehr gut, da werde ich heute wieder essen gehen.Diogenes, ich weiss nicht mehr, wie oft ich über ihn, im Latein Unterricht gelesen habe. Ich habe sicher zehnmal seine Geschichte gelesen, davon min 9 mal falsch übersetzt ;-)Aber er blieb mir im Gedächtnis! Jetzt in seinem Geburtsort, musste ich einfach ihn besuchen 😉Es gibt so viele Geschichten und Anekdoten über ihn, es lohnt sich seine Geschichten nach zu lesen ;-)Gegen über gibt es ein paar Ruinen, dachte die schau ich mir gleich an.Wer lesen kann ist klüger, es handelt sich um ein Gefängnis. Naja, dachte ich mir rein schaun und nach 10min wieder raus. Aber ich habe hier wirklich über zwei Stunden verbracht und einiges Interessantes gesehen.Also die Toiletten haben sich in den letzten 500 Jahren kaum verändert. Damals muss es das Luxus Klo gewesen sein. Heute leider nicht mehr. Auch frage ich mich ob die Ketten so lange waren 😉

Ein altes Schiff mit Dorn am BugEs gibt einiges zu sehen vom Alltag der Insassen. Ich denke da will keiner rein.Wieder draussen an der Sonne, schländere ich am Hafen entlang.Ich entscheide mich wieder für das Fischrestaurant von gestern.Das Ganze frisch, sehr gut und für 6,50€ 😉

Ich mache noch etwas Reiseplanung. Das Umland ist hier sehr hügelig. Entweder fahre ich kurze Etappen an der Küste entlang, 200km sind da schon 5-6h, oder ich fahre Inland Ankara-Istanbul mit der Autobahn. Ich werde morgen mal schaun wie lange ich brauche, wenn ich zum nächsten Campingplatz fahre.

Sinop Türkei

Heute um 6:30 aufgewacht, der Himmel ist bewölkt und irgend wie komme ich nicht in die Gänge. Es wird 8Uhr bis ich duschen gehe. Es gibt neue Klamotten, ich habe seit Georgien wieder genügend frische Kleidung dabei. Kaffee und Staubsaugen, es ist erstaunlich wie viel Staub ich jeden Tag im Staubsauger finde. Vermutlich kommt der Staub durch die geöffnete Fenster rein.

Gegen 10Uhr fährt der Russe von gestern raus und verabschiedet sich kurz durch lautes Hupen, ich bin eine halbe Stunde später auch soweit und sag noch meinem Wärter ade. Samsun zieht sich die nächsten 30km an der Küste entlang, die Strasse ist vier Spurig, aber immer wieder Ampeln. Als ich Samsun hinter mir gelassen habe wird der Verkehr weniger, aber immer wieder ist die Geschwindigkeit auf 50 gedrosselt.

Gegen 12 Uhr fahre ich an eine Tankstelle und mache Voll. Seit Georgien ist der Diesel um einiges besser und mein Verbrauch sinkt sehr stark.

Vor Sinop kommen noch zwei starke Anstiege, jeweils 8%. Rosali schnurrt tapfer hoch. Ich fahre in die Stadt rein, die Strassen werden wieder sehr eng. Ich will schon meine Fahrt zum Hafenparkplatz abbrechen, da sehe ich einen sehr grossen Parkplatz direkt am Hafen und fahre gleich rein.

Der Parkplatz liegt zwischen den Stadtmauern und dem Hafen, absolut perfekt. Ausser mir sind nur eine Handvoll Autos auf dem Parkplatz und ausser den Fischern gibt es auch kaum Fussgänger, die hier entlang gehen. 😉

Ich gehe mich etwas umschauen. Den Parkplatz am Hafen, den ich eigentlich anfahren wollte ist sehr eng, viel kleiner und liegt direkt an der Piers mit vielen Leuten.

Das Wetter sieht nach Regen aus, aber meine beiden Wetter Apps sagen kein Regen

Ich schau mir die alte Stadtmauer an

Das ist wirklich eine schöne kleine Stadt. Ich finde auch ein Fischrestaurant. Unten wird der Fisch verkauft

Und im ersten und zweiten Stock ist das Restaurant. Kürzere Wege gibt es wohl nicht 😉

Ich finde auch ein Hamam, genau so sah auch meins von gestern aus.

Es gibt immer wieder alte Gebäude, ich finde sehr interessant. Der Baustil ist nicht sehr von unseren Häusern verschieden.

Mit vollen Magen gehe ich zurück zu Rosali. Die Sauna hat mich gestern etwas geschlaucht, ich werde schon um 18Uhr sehr müde und wache erst wieder um 23Uhr auf.

Der Wind hat sich gelegt und es hat um 1Uhr immer noch über 20°C. Schöne Nachtstimmung, sehr ruhig.